Martin Mosebach | DER MOND UND DAS MÄDCHEN

D 2007 | 191 Seiten
Hanser Verlag
ISBN: 978-3-446-20916-9

»Wer eine Wohnung sucht, hat es mit einem der seltenen Augenblicke zu tun, in denen der Mensch wirklich einmal glauben darf, über die Zukunft seines Lebens zu entscheiden, denn im Wohnen, so vieldeutig dies Wort eben ist, liegt doch das ganze Leben beschlossen.« (Seite 5)

INHALT: Hans und Ina sind frisch verheiratet und suchen, sich brav an die konservativen Vorgaben haltend, ein gemeinsames Domizil für die ersten Ehejahre und die potentielle Kinderschar. Nach vielen Hausbesichtigungen wird Hans in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofes fündig. Doch etwas stimmt mit der Wohnung nicht. Eine tote Taube im Schlafzimmer am Tag des Einzugs ist das erste Omen für den Zerfall der jungen Ehe. Und auch die Mieterschaft ist seltsam. Jede Nacht gibt es im Hinterhof obskure Treffen, die der allgegenwärtige Mond in sommernachtstraumartiges Licht taucht. Während sich Hans der skurrilen Mieterschaft öffnet, igelt sich Ina mehr und mehr ein. Spätestens nach Hans‘ kurzer Liaison mit der schönen Nachbarin droht die Katastrophe.

FORM/FAZIT: Mosebach schreibt eloquent verspielte Sätze, die aus einem anderen Jahrhundert zu kommen scheinen. Diese (ich nenne sie mal) antiquierte Schreibweise wirkt in der Geschichte, die ja in der heutigen Zeit spielt, dermaßen fehl am Platz, dass es mir schwer fiel, mich auf das Buch einzulassen. Ich weiß, dass Mosebach genau dafür bekannt und beliebt ist, nicht umsonst wurde ihm 2007 der Georg-Büchner-Preis verliehen; meine Sache ist das aber nicht. Immer wieder bemerkte ich, wie ich beim Lesen mit meinen Gedanken ganz woanders war, weil mich diese mäandernden Sätze irgendwann eingelullt hatten.

Auch gibt die Geschichte nicht so wahnsinnig viel her. Es wird die ganze Zeit eine mysteriöse (Mosebach würde eher schreiben: gruselige) Stimmung aufrecht gehalten, aber im Endeffekt löst sich alles in Wohlgefallen auf. Nach der letzten Seite war mir unklar, warum das Buch jetzt gelesen haben sollte. Nur der schönen Schreibe wegen? Das ist mir dann doch zu wenig.

Um es kurz zu machen: Nicht mein Fall – zwei Sterne.

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