Arno Geiger | ES GEHT UNS GUT

A 2005 | 390 Seiten

INHALT: Phillip Erlach erbt das Haus seiner Großeltern in einem wohlhabenden Viertel von Wien. Allerdings ist das Haus seit langem nicht bewohnt. Der Dachboden ist voller Taubendreck und -kadavern, alle Zimmer brauchen einen Neuanstrich und das Dach hat auch schon bessere Zeiten erlebt. Mit zwei Schwarzarbeitern macht er sich ans Werk. Er, der Schnösel, der eigentlich nie richtig gearbeitet hat, selbstverliebt, ohne Ehrgeiz oder Ziel.
Die Wochen der Renovierung lassen ihn über die Schiksale seiner Familie nachdenken, angefangen bei den Großeltern mitte der 1930er Jahre. Das Haus erzählt Geschichten, die er aufschreibt, um für sich Gründe zu finden, warum er ist, wie er ist. Dabei entsteht ein breites Familienporträt, das sich über siebzig Jahre erstreckt.

FAZIT: ES GEHT UNS GUT ist wunderbar geschrieben. Manchmal klassisch, manchmal verspielt, in gleichmäßigem Wechsel. Die Figuren sind authentisch und ohne Klischees. Keiner ist nur gut oder nur schlecht, alle haben ihre Fehler und versuchen, möglichst reibungsfrei durchs Leben zu kommen. Auch der Aufbau ist gut durchdacht (die Heute-Kapitel wechseln sich mit den Damals-Kapiteln ab: während die Renovierung des Hauses voranschreitet, vergehen auch die Jahrzehnte der Familiengeschichte).
An manchen Stellen aber war ein gewisser Hang zum Schwafeln nicht zu übersehen, was ein bisschen … ermüdend war. Dafür einen Punkt Abzug. Bleiben vier (sehr gute) Sterne.

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