Donna Tartt | DER DISTELFINK

USA 2013 | 1025 Seiten

INHALT: Theo Decker ist 13 als er seine Mutter verliert. Die beiden waren gerade im Metropolitan Museum of Arts als eine gewaltige Explosion hunderte Menschen in den Tod reißt. Theo ist einer der wenigen Überlebenden. Auf der Suche nach einem Ausweg aus dem zerstörten Museum nimmt er das Gemälde mit, von dem seine Mutter, die jetzt irgendwo unter Schutt und Asche liegt, zuletzt so geschwärmt hat: den titelgebenden „Distelfink“. Dieses kleine aber sehr wertvolle Gemälde ist von da an Theos heiligster Besitz und seine einzige Erinnerung an ein schönes Leben, denn von da an geht es für ihn steil bergab. Pflegefamilie in New York, Umzug nach Las Vegas zu seinem alkohol- und spielsüchtigen Vater, eine fragwürdige Freundschaft zu Boris, einem wilden russischen Jugendlichen, der Theo in die Abgründe von Drogen und Kriminalität zieht. Theo gerät zunehmend auf die schiefe Bahn und auch als Erwachsener kommt er nicht aus den Betrügereien und Exzessen heraus. Bis er bei einem internationalen Deal seine Grenzen übertritt und dabei fast zugrunde geht.

FORM: Donna Tartt schreibt gekonnt und ungekünstelt. Das erste Drittel gibt ein gutes Tempo vor; die Figuren sind toll beschrieben und machen Lust auf mehr. Der Mittelteil zieht dann sich ein wenig in die Länge, da brauchte ich ein paar Mal einen etwas längeren Atem. Der Schluss dagegen ist mit vielen Wendungen wieder sehr unterhaltsam und auch literarisch läuft Tartt hier erst richtig zu Höchstform auf. Die letzten 100 Seiten (Theo im Fieber- und Verfolgungswahn) sind so ziemlich das Beste, was ich seit langem gelesen habe. Dafür gab’s dies Jahr dann auch völlig verdient den Pulitzer Prize for Fiction.

FAZIT: Von der Länge nicht abschrecken lassen, durchhalten lohnt sich – fünf Sterne.

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