Peter Kurzeck | ÜBERS EIS

D 1997 | 324 Seiten

INHALT: ÜBERS EIS ist eine reiche Sammlung von Erinnerungen an den Winter 1983/84 in Frankfurt am Main. Peter Kurzeck (1943-2013) arbeitete zu dieser Zeit gerade an seinem dritten Roman, als über ihm die Welt zusammenbrach: Trennung von seiner Frau, keine Arbeit, kein Geld, ewiger Winter. In dieser schwierigen Lage ist es nicht leicht, die vierjährige Tochter Carina durchzubringen, die er über alles liebt.

FORM: Eine richtige Handlung hat das Buch nicht. Die einzelnen Szenen springen in der Zeit vor und zurück und verdichten sich erst nach und nach zu einem komplexen Abbild dieser Zeit. Kurzecks Sätze sind knapp, aber wortgewaltig. Er verstand es, den Leser innerhalb von drei Zeilen zu Boden zu schmettern und danach wieder aufzurichten. Kurzeck war ein Wortspieler, ein Poet. Er missachtete die gängigen Grammatikregeln, um noch mehr Bedeutung aus den Sätzen herauszuholen. Die auffälligste Schreibtechnik hierbei ist wohl das Weglassen (oder sagen wir: »die behutsame Verwendung«) von Verben. Manchmal vergehen halbe Seiten bevor mal wieder ein Verb auftaucht.

ÜBERS EIS ist der erste Teil der auf ursprünglich zwölf Teile angelegten Reihe DAS ALTE JAHRHUNDERT. Bis zu seinem Tod im November letzten Jahres wurden fünf davon veröffentlicht, der sechste Teil ist für dieses Jahr in Planung.

FAZIT: Auch wenn mir das Buch gut gefallen hat, bin ich mir nicht sicher, ob ich diesen Zyklus weiter verfolgen werde. Mit dem Frankfurt der 80er Jahre kann ich nicht viel anfangen. Ich vergebe sehr gute vier Sterne.

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