Karosh Taha | BESCHREIBUNG EINER KRABBENWANDERUNG | Wohnzimmer-Lesung

Am vergangenen Dienstag beehrte uns die Schriftstellerin Karosh Taha mit einem Besuch für eine Lesung der ganz besonderen Art. BESCHREIBUNG EINER KRABBENWANDERUNG heißt ihr Debütroman, der derzeit sowohl in Bloggerkreisen als auch im Feuilleton sehr gut angenommen und besprochen wird. Wohnzimmerlesungen sind in. Der Vorschlag, die Autorin nicht wie üblich ins Literaturhaus oder in eine Buchhandlung einzuladen, sondern die Lesung im heimeligen Umfeld einer privaten Wohnung abzuhalten, kam von Christine Decker, ihres Zeichens Bildungsreferentin der Böll-Stiftung MV, die auch die Moderation übernahm.Weiterlesen »

Andreas Maier | DIE UNIVERSITÄT

D 2018 | 144 Seiten
Suhrkamp Verlag
ISBN: 978-3-518-42785-9

Die Universität macht zum ersten Mal Semesterferien, es ist wieder Frühling, und ich packe meinen Rucksack. (Seite 9)

Nach Italien soll es gehen, in die Sonne, ins Land der Zitronen und Orangen, doch irgendeine Kraft zieht ihn stattdessen ins beschauliche Butzbach in der Wetterau. Denn hier wohnt und arbeitet die Buchhändlertochter, die er schon seit der Schulzeit nicht mehr gesehen hat und in die er immer noch ein bisschen verschossen ist.Weiterlesen »

Andreas Maier | DER KREIS

D 2016 | 147 Seiten
Suhrkamp Verlag
ISBN: 978-3-518-42547-3

Der Kreis hat keinen Anfang und kein Ende, kein Vorne und kein Hinten, und wenn man ihn als Band zur Möbiusschleife bindet, auch kein Innen und kein Außen. (Seite 9)

Der fünfte Teil der Ortsumgehung (Aber sagt man beim Straßenbau statt Teil nicht besser Abschnitt?)  führt uns durch Maiers Schulzeit. Vier Begebenheiten hat der Autor aus seinem Fundus an Erinnerungen ausgewählt, um sie mit gebührendem Abstand von mehreren Jahrzehnten noch einmal genauestens unter die Lupe zu nehmen.Weiterlesen »

the FUTURE LIBRARY PROJECT

In Nordmarka, einem stark bewaldeten Landstrich nördlich von Oslo, wachsen jede Menge Bäume. Fichten, Birken, Kiefern – ein grünes Meer, so weit das Auge reicht. Seit Jahrhunderten dominiert hier der Wald das Erscheinungsbild der Natur und man könnte meinen, er tut das als Ganzes, als grüne Einheit für alle Zeit und ohne jedes Ziel. Aber es stehen exakt eintausend Bäume hier, die sich vom Rest des Waldes unterscheiden. Sie haben eine Bestimmung, denn sie bilden die Grundlage des Future Library Projects. Der Clou: Keiner von uns wird das noch erleben.Weiterlesen »

Mareike Fallwickl | DUNKELGRÜN, FAST SCHWARZ

A 2018 | 475 Seiten
Frankfurter Verlagsanstalt
ISBN: 978-3-627-00248-0

Mit der Fingerkuppe streicht Moritz über Alaska, das Muttermal unter Kristinas Bauchnabel. Es ist dunkel und so groß wie ein Fingernagel. (Seite 9)

Moritz und Raffael sind Freunde von Kindesbeinen an, eine Sandkastenfreundschaft, wie sie im Buche steht. Sie gehen durch dick und dünn, sind unzertrennlich bis ans Ende ihrer Jungendtage. Eigentlich eine schöne Sache, eine für Außenstehende bemerkenswerte Beziehung, die die beiden Jungs da haben. Doch Moritz‘ Mutter sieht das anders, denn sie sieht, was andere nicht sehen: In Raffael steckt der Teufel, er ist ein blonder Engel mit (fast) schwarzer Seele. Weiterlesen »

Laetitia Colombani | DER ZOPF

F 2017 | 285 Seiten
OT: »La Tresse«
Aus dem Französischen von Claudia Marquardt

S. Fischer Verlag
ISBN: 978-3-10-397351-8

Es ist der Beginn einer Geschichte.
Einer neuen Geschichte, jedes Mal.
In meinen Händen erwacht sie zum Leben. (Seite 11)

Als Colombanis DER ZOPF vor ein paar Monaten angekündigt wurde, war ich sehr gespannt, was mich hier erwarten würde. Der Klappentext klang vielversprechend, die Aufmachung des Buches – türkiser Einband mit goldenen Lettern –, sowie die Covergestaltung waren ansprechend. Und mochte man den Werbetrommeln, die der Veröffentlichung vorausgingen, Gehör schenken, hatte man den Eindruck, alle Welt wäre sich einig: Dieses Buch ist ein einmaliges Wunder. Weiterlesen »

Jesmyn Ward | SINGT, IHR LEBENDEN UND TOTEN, SINGT

USA 2017 | 304 Seiten
OT: »Sing, Unburied, Sing«
Aus dem Englischen von Ulrike Becker
Antje Kunstmann Verlag
ISBN: 978-3-95614-224-6

Ich stell mir gerne vor, dass ich weiß, was der Tod ist. Ich stell mir gerne vor, dass er etwas ist, dem ich ins Auge sehen kann. (Seite 9)

Jojo und seine kleine Schwester Kayla wachsen in ärmlichen Verhältnissen im Süden Mississippis auf. Ihre Mutter Leonie kann kaum für sie sorgen; zu groß sind die Probleme, die sie mit sich herumträgt. Drogen und ein mieser Job in einer Bar, der tief verwurzelte Alltagsrassismus und falsche Freunde lassen Leonie hart mit dem Leben kämpfen. Auch Michael, der Vater der Kinder – ein Weißer –, ist keine Hilfe, denn der sitzt im weit entfernten Parchman eine dreijährige Haftstrafe ab.

Einziger Anker, besonders für Jojo, ist Pop, Leonies Vater, ein vom Leben gezeichneter, aber aufrechter Schwarzer, der die Familie zusammenhält und Jojo alles beibringt, was dieser fürs Leben brauchen kann. Doch auch er hat schwer zu tragen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis ihm die Kontrolle über seine Liebsten entgleitet. Seine Frau liegt schwer krank im Bett und sehnt den Tod herbei, er weiß um die Probleme seiner Tochter und die Geister seiner Vergangenheit holen ihn immer öfter ein. Weiterlesen »