Ransom Riggs | DIE INSEL DER BESONDEREN KINDER

USA 2011 | 416 Seiten
OT: »Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children«
Knaur Taschenbuch
ISBN: 978-3-426-51057-5

Gerade als ich mich an den Gedanken zu gewöhnen begann, dass dieses Leben keine großen Abenteuer für mich bereithalten würde, geschah etwas Seltsames. (Seite 8)

INHALT: Der junge Jacob ist von seinem Leben im kleinstädtischen Florida furchtbar angeödet. Nicht einmal seinen langweiligen Job im lokalen Drogeriemarkt wird er los, weil seiner Familie die ganze Drugstore-Kette gehört. So scheint seine Zukunft also vorherbestimmt: Er wird bis an sein Lebensende als Filialleiter Zahnpasta und Seniorenwindeln verkaufen. Doch als sein Großvater unter höchst mysteriösen Umständen ums Leben kommt, schlägt sein Schicksal einen völlig anderen Weg ein.

Großvater Abe, als polnischer Jude im Zweiten Weltkrieg vor den Nazis nach Amerika emigriert, erzählte Jacob, als der noch jünger war, immer seltsame Geschichten von einem Heim für Kinder, die auf vielerlei Arten besonders waren. Schwebende, unsichtbare, übermenschlich starke Kinder; Kinder mit mehreren Mündern oder mit Bienenvölkern in sich; Kinder die durch Zauberkraft Pflanzen wachsen oder leblose Dinge erwachen lassen konnten. Aber auch von Monstern erzählte Großvater Abe, die es auf die Kinder abgesehen hatten und nicht eher ruhen würden, bis sie ihnen allen den Garaus gemacht hätten.

Für Jacob sind das mittlerweile nur noch harmlose Märchen, aber seine Nachforschungen über den Tod des geliebten Großvaters führen ihn auf eine abgelegene Insel vor Wales und genau zu dem Heim von dem Abe immer erzählt hat. Und es scheint fast so, als wäre Jacob erwartet worden…

FORM: Ransom Riggs (*1980) scheint seine Zielgruppe sehr genau zu kennen. DIE INSEL DER BESONDEREN KINDER ist der perfekte Mix aus Mystery-Märchen und Coming-of-Age-Roman, ohne allzu platt auf den ausgetretenen Vampir-und-Werwolf-Pfaden zu wandeln. Seine Sätze sind kraftvoll und mit lockerem Humor geschrieben, quasi wie aus dem Munde eines strahlenden College-Quarterbacks – da ist der Erfolg vorprogrammiert. Außerdem (ohne viel spoilern zu wollen) beinhaltet die Geschichte einen ganz zentralen Zeitschleifen-Clou, ohne den die Story nicht funktionieren würde. Und mit Zeitreisen bekommt man wohl fast jeden Jugendlichen hinterm Ofen hervorgelockt.

Trotz der Ebene mit dem Zweiten Weltkrieg und Großvater Abes Verfolgung fehlt dem Ganzen ein gewisser Tiefgang. So flacht der Roman am Ende leider etwas in Richtung Popcorn-Showdown ab, was dem Lesevergnügen aber nicht schadet.

FAZIT: Ein kurzweiliges Mystery-Abenteuer, das Lust macht auf mehr. Und wie es sich für ein Jugendbuch gehört, ist die Geschichte natürlich auf eine Trilogie angelegt … auch eine Mode, der ich skeptisch gegenüberstehe, aber naja. Ob ich weiterlese oder nicht, überlasse ich (wie auch bei diesem Band) dem Urteil meiner Tochter, die es mir wärmstens empfohlen hat. Von mir gibt’s hierfür erstmal vier polierte Sterne.

2 Gedanken zu “Ransom Riggs | DIE INSEL DER BESONDEREN KINDER

  1. Nach dem Urteil meines Ältesten werde ich mir das erste Buch keinesfalls entgehen lassen. Sobald wieder Lust auf engl. Lektüre da ist wird rechtzeitig vor Burtons Dvd Erscheinen rein gelesen. Schön, dass es auch lobende Erwachsenenworte dazu gibt. 😊

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