Mein Lesejahr 2019

Ist das Jahr echt schon wieder rum? Tatsache: Es ist der 31. Dezember – Zeit für meinen Jahresrückblick. Und 2019 hat es aus Bloggersicht wirklich sehr gut mit mir gemeint, denn nie vorher war ich so nah dran am literarischen Geschehen. Viele wunderbare Verlage haben sehr eng mit mir zusammen gearbeitet, sodass ich meinen Blog regelmäßig mit Texten füttern konnte. Die Besuche der beiden Buchmessen in Leipzig und Frankfurt haben mir dermaßen viel Input und Aufwind gegeben, dass ich den vielen BloggerInnen und Presseleuten, die ich dort treffen durfte, gar nicht genug danken kann. Einen großen Dank geht auch an die Verantwortlichen für das Buchpreisbloggen und die aktuelle Staffel des Blogbusters, zwei Projekte, an denen ich 2019 teilnahm. Es war eine intensive Erfahrung für mich, meinen Beitrag dazu leisten zu dürfen. Im Falle des Blogbusters hält diese Erfahrung sogar noch an, denn dafür beginnt die Arbeit jetzt erst richtig und macht mir sehr viel Spaß. (Mehr dazu im Frühjahr 2020.)

Highlight des Jahres war natürlich – wie auch im Vorjahr schon – der Einzug ins Finale zum Buchblog-Award, den ich ohne die Stimmen von Euch Lesern und Leserinnen nicht geschafft hätte. Und auch wenn es diesmal wieder nicht geklappt hat mit dem Preis, allein schon dort bei der Verleihung sitzen zu dürfen, erfüllte mich mit großen Stolz. Hierfür auch nochmal ein riesengroßes Dankeschön an alle, die für mich gestimmt haben! Ich kann nur immer wieder betonen: Ohne Euch wäre das alles nicht möglich. Also: Danke! Danke! Danke!

Besonders die zweite Hälfte des Jahres war für meinen Blog enorm erfolgreich, da die lokale Presse auf mich aufmerksam wurde. Es gab Berichte in lokalen Zeitschriften und der Rostocker Ostsee-Zeitung, Interviews im Radio und – was sich am meisten bemerkbar machte – ein kleinen aber feinen Beitrag im NDR-Fernsehen. Die Aufrufzahlen – ich konnte den Statisken kaum glauben – schnellten in den Tagen nach diesem Bericht auf über 20.000 und es kamen täglich Dutzende neue Follower dazu! Ich weiß ja nicht, wie das bei anderen Literaturblogs so im Schnitt aussieht, aber für meine kleine, bescheidene Textschmiede waren das irre, nie dagewesene Werte. Mittlerweiler hat sich das naturgemäß wieder normalisiert – womit ich auch gut leben kann –, aber der November 2019 geht in meiner Bloggerkarriere als der mit Abstand erfolgreichster Monat in meine ganz persönliche Statistik ein.


Gelesen habe ich mit 48 Büchern und zwei Comicreihen – insgesamt gut 16.000 Seiten – eigentlich gar nicht so viel, zumindest weniger als in den letzten Jahren, aber mit zwei Full-Time-Jobs (Beruf und Familie) und jeder Menge Nebenverpflichtungen muss man auch seine Grenzen kennen. Festzuhalten ist, dass es in diesem Jahr viele unfassbar gute Romane gab. Natürlich habe ich nicht alles mitbekommen, vieles habe ich auch einfach links liegen gelassen und sicher ist mir da der eine oder andere dicke Fisch durchs Netz geschlüpft. Aber aus dem winzig kleinen Teil der Neuerscheinungen, die es unter meine Lesebrille geschafft haben, kann ich schon behaupten, mitunter Zeuge großer Literatur geworden zu sein. Wie in den letzten Jahren auch präsentiere ich Euch hier meine Top Ten, allerdings ohne Ranking, einfach nur in der Reihenfolge der Lektüre:

Saša Stanišić | HERKUNFT
Tanja Raich | JESOLO
Demian Lienhard | ICH BIN DIE, VOR DER MICH MEINE MUTTER GEWARNT HAT
Berit Glanz | PIXELTÄNZER
Burkhard Spinnen | RÜCKWIND
Sandra Newman | ICE CREAM STAR
Raphaela Edelbauer | DAS FLÜSSIGE LAND
Karen Köhler | MIROLOI
Jan Wilm | WINTERJAHRBUCH

Richtig, da fehlt noch einer, sehr gut aufgepasst! Ziemlich zu Anfang des Jahres nämlich hat es ein noch sehr junger Schriftsteller geschafft, mit seinem Zweitling ein wahres Brett von einem Roman auf das völlig unvorbereitete und überforderte Publikum zu dreschen. Die Rede ist natürlich von Juan S. Guse und seinem grandiosen MIAMI PUNK, einem Werk voller überbordender Erzählwut, wahnwitziger Ideen und ein Feuerwerk an Komik und Sprachkunst. Mir war im Frühjahr schon klar, dass MIAMI PUNK für meinen Geschmack schwer zu toppen sein wird, und es ist nach wie vor einer der besten Romane, die ich je gelesen habe. Juan – falls Du das hier liest –: Mein persönlicher Preis für den Roman des Jahres geht an Dich! Herzlichen Glückwunsch!

Die Gurke des Jahres geht diesmal nach Österreich an Vea Kaiser, die mir mal wieder in Erinnerung rief, dass man die Erwartungen an ein Buch im Vorfeld niemals zu hoch schrauben darf. Viel hatte ich über Vea Kaiser gesehen, gehört und gelesen, mit jedem Buch stand sie auf den Bestsellerlisten, sowohl das Feuilleton als auch die Leserschaft waren ihr stets wohlgesonnen – ich glaube, ich habe noch nie soviel von einem Roman erwartet. Was mir dann mit RÜCKWÄRTSWALZER schlussendlich aber serviert wurde, war völlig unmotivierter, lieblos runtergerasselter Schmus, bei dem ich auf der Hälfte schon der vertanen Zeit nachtrauerte.


Für das nächste Jahr habe ich mir fest vorgenommen, wieder mehr Titel aus den Backlists zu lesen. In diesem Jahr gab es für mich bis auf drei Ausnahmen nur Neuerscheinungen, was natürlich sehr schön ist – darüber kann man ja nun wirklich nicht jammern –, aber in meinem Bücherregal stapeln sich auch Romane, die schon seit Jahren auf ihre Lektüre warten. Ich denke, da werde ich ein gesundes Mittel finden müssen. Ansonsten mache ich einfach weiter wie gehabt und freue mich auf alles, was da kommen möge…

In diesem Sinne: Ich wünsche Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Habt Euch lieb und seid gegrüßt!
Euer Bookster aus Rostock

2 Gedanken zu “Mein Lesejahr 2019

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