Raphaela Edelbauer | DAS FLÜSSIGE LAND

A 2019 | 350 Seiten
Klett-Cotta
ISBN: 978-3-608-96436-3

In den frühen Morgenstunden des 21. September 2007 verschüttete ich rund 200 ml Kaffee über meinem penetrant klingelnden Handy, das mich, von einer unterdrückten Nummer zutiefst erschüttert, so plötzlich zum Abheben aufforderte, dass ich keine Zeit hatte, die Tasse abzustellen. (Seite 5)

Ruth arbeitet als Physikerin in Wien, als sie von dem plötzlichen Unfalltod ihrer Eltern erfährt. Deren letzter Wille war es, in ihrem Heimtstädtchen Groß-Einland bestattet zu werden. Doch für Ruth ist es gar nicht so leicht, diesen Ort zu finden. Sie hat noch nie von Groß-Einland gehört, er ist auf keiner Karte verzeichnet und weder die Behörden noch die Ortskundigen können ihr weiterhelfen. Nur durch puren Zufall gelangt sie über unwegsames Gelände durch einen dichten Wald doch noch in die versteckte Stadt.Weiterlesen »

Tonio Schachinger | NICHT WIE IHR

A 2019 | 304 Seiten
Kremayr & Scheriau
ISBN: 978-3-218-01153-2

Wer keinen Bugatti hat, kann sich gar nicht vorstellen, wie angenehm Ivo gerade sitzt. (Seite 5)

Ivica »Ivo« Trifunović hat mit Mitte zwanzig alles, was sich viele junge Männer zu wünschen meinen. Er verdient als Top-Stürmer Millionen bei einem englischen Fußballverein, fährt äußerst noble Autos und ist mit der wunderschönen Jessy verheiratet, die ihm jeden Wunsch von den Lippen abliest. Dass dies alles für ein glückliches und erfülltes Leben irrelevant ist, merkt Ivo aber erst jetzt, fast am Ende seiner Karriere. Weiterlesen »

Norbert Scheuer | WINTERBIENEN

D 2019 | 319 Seiten
C.H.Beck
ISBN: 978-3-406-73963-7

Ich wohne in einem Bergarbeiterstädtchen, das an einem Fluss liegt, der sich durch einsame, zerklüftete Landschaften schlängelt, eine Gegend mit kleinen Dörfern inmitten von Magerwiesen, Fichten-, Kiefern- und Buchenwäldern, die sich bis zur belgischen Grenze erstrecken. (Seite 9)

Egidius Arimond heißt der Ich-Erzähler, dem wir dank seiner Tagebucheintragungen durch die letzten Kriegsmonate folgen. Der ehemalige Lehrer muss wegen einer Epilepsieerkrankung nicht an die Front und kann sich daheim in der Nordeifel um seine Bienenzucht kümmern. Dem Nazi-Regime steht er skeptisch gegenüber, hält sich aus Selbstschutz aber bedeckt, denn wenn man ihm auf den Zahn fühlen würde, sähe es schlecht aus um ihn: Er verhilft jüdischen Flüchtlingen in speziell präparierten Bienenstöcken über die belgische Grenze.Weiterlesen »

Saša Stanišić | HERKUNFT

D 2019 | 356 Seiten
Luchterhand
ISBN: 978-3-630-87473-9

Großmutter hat ein Mädchen auf der Straße gesehen. Sie ruft ihm zu vom Balkon, es solle keine Angst haben, sie werde es holen. Rühr dich nicht! (Seite 5)

Endlich wieder ein Lebenszeichen von Saša Stanišić, dem Autor, der 2014 mein persönliches Buch des Jahres geschrieben hat. Nach der darauf folgenden Storysammlung FALLENSTELLER – die mir offen gestanden nicht so zusagte – führt uns der Autor diesmal in seine Heimat Bosnien, die er 1992 vierzehnjährig mit seinen Eltern verlassen musste. Weiterlesen »

María Cecilia Barbetta | NACHTLEUCHTEN

D 2018 | 521 Seiten
S. Fischer
ISBN: 978-3-10-397289-4

Elvio Gianelli tastete die Taschen seines Regenmantels nach Streichhölzern ab. (Seite 11)

Anfang der Siebziger Jahre war Argentinien ein fragiler Staat mit äußerst angespannten innenpolitischen Verhältnissen und einer am Boden liegenden Wirtschaft. Nach einer ganzen Reihe kurzlebiger Regierungen, von denen keine die Probleme bewältigen konnte, kehrte 1973 der ehemalige Präsident Juan Perón aus fünfzehnjährigem Exil zurück – für den Großteil der Argentinier der Heilsbringer schlechthin, der einzige Mann, der das Land vor dem Untergang retten konnte. Doch auch unter seiner Herrschaft nimmt die Gewalt im Lande zu und spätestens nach seinem Tod wenige Monaten nach der Wahl verliert das Volk zusehends jeden Halt.Weiterlesen »

Wolfgang Herrndorf | SAND

D 2011 | 480 Seiten
Rowohlt Berlin
ISBN: 978-3-87134-734-4

Auf der Lehmziegelmauer stand ein Mann mit nacktem Oberkörper und seitlich ausgestreckten Armen, wie gekreuzigt. (Seite 7)

Nordafrika, 1972. Ein Mann kommt in einer Scheune mitten in der Wüste zu sich. Sein Schädel dröhnt und hat eine ordentliche Platzwunde, und der Mann kann sich nicht erinnern, wie er in diese Scheune gekommen ist. Schlimmer noch: Nicht einmal sein Name fällt ihm ein – jegliche Erinnerung an die Zeit vor dem Erwachen ist gelöscht. Was der Mann jedoch relativ schnell erfasst, ist, dass er von sehr gefährlichen Leuten verfolgt wird und vor ihnen fliehen muss. In seiner aussichtslosen Situation – in einem scheinbar fremden Land in dem er niemanden (er-)kennt und sich an nichts erinnert – läuft er an einer Tankstelle der Amerikanerin Helen über den Weg, die ihn mit in ihr Urlaubsdomizil nimmt und weitestgehend gesund pflegt. Sie nennt ihn Carl, nach dem Namensschild in seinem Anzug. Weiterlesen »

Ernst Augustin | ROBINSONS BLAUES HAUS

D 2012 | 314 Seiten
C.H.Beck
ISBN: 978-3-406-62996-9

In einer früheren, ferneren Version dieser Geschichte sagt Daniel Defoe, er habe eines der unglaublichsten und abenteuerlichsten Leben gelebt.
Ich sage: Ich auch. (Seite 5)

Normalerweise beginne ich meine Rezensionen mit einer Art Inhaltsangabe. Aber was, wenn sich mir der Inhalt eines Romans von Anfang bis Ende verschließt? Versteht mich bitte nicht falsch: Dieses Buch ist genial! Es ist großartig geschrieben und hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Aber worum es wirklich geht? Ich muss ganz ehrlich sein: Ich habe keine Ahnung.Weiterlesen »