Thomas Hettche | WORAUS WIR GEMACHT SIND

D 2006 | 320 Seiten
ISBN: 978-3-462-03711-1

INHALT: Der Autor Niklas Kalf soll eine Biographie über den jüdischen Emigranten Eugen Meerkaz schreiben, der im Zweiten Weltkrieg mit seiner Frau in die Staaten floh und dort Karriere machte. Für die Recherchen zu dem Buch und ein Treffen mit dem amerikanischen Verleger Albert Snowe reist Kalf mit seiner schwangeren Frau Liz nach New York, wo diese nach ein paar Tagen entführt wird. Kalf wird mit der Forderung erpresst, sofort alle Informationen über die Parsons-Experimente auszuliefern, wenn er seine Frau lebend wiedersehen will. Das Problem: Kalf weiß nichts über diese Aufzeichnungen. Er macht sich daran dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, stößt immer tiefer ins Herz Amerikas vor und verliert sich bei dieser Suche fast selbst.

FORM: Nachdem die Story in der ersten Hälfte des Romans eher auf Sparflamme läuft, legt Hettche in der zweiten Hälfte ordentlich ein paar Schippen drauf. Bis zu der Szene mit dem alten Mann an der Tankstelle (Kapitel 13) dachte ich, naja, wenn das so weiter geht, wird’s ein Schuss in den Ofen. Danach entwickelt sich die Geschichte jedoch zu einem rasanten Thriller mit allem Drum und Dran. Geschrieben ist das Ganze sehr gekonnt, mit vielen Querverweisen auf die amerikanische Politik und Popkultur. Wie auch die Hauptfigur Kalf macht der Roman einige Veränderungen durch, wird zum Roadmovie, zum Krimi, zur Liebesgeschichte, zum Psychodrama. Genau das kann man auch bemängeln, dass der Roman zuviel sein will, aber das passt ja auch irgendwie zu Amerika.

FAZIT: Lirum, larum, mir hat’s gefallen – fünf Sterne.

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