José Saramago | DIE GESCHICHTE DER BELAGERUNG VON LISSABON

P 1989 | 431 Seiten
OT: »História do Cerco de Lisboa«
Aus dem Portugiesischen von Andreas Klotsch
Atlantik Verlag
ISBN: 978-3-455-00060-3

Der Korrektor sagt, Jawohl, dieses Zeichen heißt Deleatur, wir verwenden es, wenn es etwas zu streichen und zu tilgen gilt, das Wort selbst drückt es aus, und es gilt sowohl für einzelne Buchstaben als auch für ganze Wörter […]. (Seite 9)

Kleine Geschichtsstunde gefällig? Im Jahre 1139 wurde Dom Afonso Henriques durch die gewonnene Schlacht von Ourique, einer Stadt im Süden Portugals, die er von den Mauren befreite, zum ersten König Portugals. Acht Jahre später, 1147, eroberte er auch das Gebiet um Santarém. Nur die große Stadt Lissabon war immer noch in maurischer Hand.Weiterlesen »

Kazuo Ishiguro | DAMALS IN NAGASAKI

GB 1982 | 222 Seiten
OT: »A Pale View of Hills«
aus dem Englischen von Margarete Längsfeld
Wilhelm Heyne Verlag
978-3-453-42157-8

Niki, der Name, den wir meiner jüngeren Tochter schließlich gaben, ist keine Abkürzung. Es war ein Kompromiss, den ich mit ihrem Vater schloss. Seite 7)

INHALT: Die junge Etsuko lebt mit ihrem Mann Jiro in Nagasaki. Die Stadt liegt nach dem Abwurf der Atombombe Fat Man in Schutt und Asche, doch der Wiederaufbau ist in vollem Gange und das junge Paar hat in einem der vielen neuen Plattenbauten eine Bleibe gefunden. Gegenüber ihres Blocks steht eine einsame Holzhütte am Flussufer, die eine Mutter mit ihrer Tochter bezieht. Etsuko freundet sich mit der Frau an, doch Sachiko, so ihr Name, scheint Geheimnisse zu haben und bleibt verschlossen. Sie hat einen Amerikaner kennengelernt, der ihr versprochen hat, sie und Mariko, ihre Tochter, mit in die Staaten zu nehmen. Doch ganz gegen den Optimismus ihrer Mutter, hasst Mariko den Amerikaner und will Japan nicht verlassen. Das Kind sträubt sich, wo es nur kann, reißt immer wieder aus, schreit herum und hat Albträume, aber gegen den Willen der Mutter kann sie nichts ausrichten – sie muss mit.Weiterlesen »

José Saramago | EINE ZEIT OHNE TOD

P 2005 | 256 Seiten
OT: »As intermitências da morte«
aus dem Portugiesischen von Marianne Gareis
Atlantik Verlag
ISBN: 978-3-455-65040-2

Am darauffolgenden Tag starb niemand. (Seite 7)

INHALT: In einem kleinen Königreich verweigert der Tod pünklich zum neuen Jahr seinen Dienst – es stirbt niemand mehr. In den ersten Tagen halten es die Menschen für einen Zufall, doch nach einer Woche glaubt keiner mehr daran. Moribunde, denen man im alten Jahr nicht einmal mehr Stunden prophezeit hatte, verharren in ihrem halbtoten Zustand. Unfallopfer mit schwersten Verletzungen bleiben gegen jede biologische Regel am Leben. Zuerst gehen die Bestatter auf die Barrikaden, da sie nichts mehr verdienen, dann wird auch die Regierung wach. Die Kirche glaubt, das Ende sei nahe, die Philosophen und Gelehrten überschlagen sich in ihren Prophezeihungen. Kurz: Das Land steht Kopf.Weiterlesen »

Isaac B. Singer | FEINDE, DIE GESCHICHTE EINER LIEBE

USA 1966/1972 | 268 Seiten
OT: »Enemies, A Love Story«
Carl Hanser Verlag
(Lizenzausgabe der Süddeutschen Zeitung)
ISBN: 978-3-86615-531-2

Herman Broder drehte sich um und machte ein Auge auf. Halb noch im Traum fragte er sich, ob er in Amerika sei, in Tzivkev oder in einem deutschen Lager. (Seite 9)

INHALT: Die Erinnerungen an die Greueltaten der Nazis lassen Herman Broder auch nach Kriegsende nicht ruhen. Nachdem er sich drei lange Jahre in einem Heuboden vor Hitlers Schergen versteckt hielt und so dem sicheren Tod entkam, floh er nach dem Krieg nach New York City, wo der Roman Anfang der 50er spielt. (Ein genaues Datum wird nicht genannt, aber der Koreakrieg wird erwähnt.) Dort nimmt er Yadwiga zu seiner Ehefrau, die Bauerstochter, die ihn in seinem Versteck versorgte und somit das Wohl ihrer ganzen Familie aufs Spiel setzte.

Mit Yadwiga führt Herman eine solide Ehe, jedoch ist Yadwiga furchtbar einfältig und weltfremd, was Herman regelmäßig zu Mascha treibt, einer mondänen Frau, die das Leben in allen Facetten genießt. Mascha weiß zwar von Yadwiga und lebt selbst noch in Scheidung, will aber unbedingt Herman ehelichen. Als sie schwanger wird, hat sie ein gutes Druckmittel und Herman willigt ein.

Zu guter Letzt taucht auch noch Tamara auf, Hermans erste Frau, von der er dachte, sie hätte den Krieg nicht überlebt; es gab sogar Augenzeugen, die ihrem Tod bezeugen konnten. Nun führt Herman plötzlich drei Ehen – illegale Polygamie! Und während sich die Dinge zuspitzen, die drei Frauen voneinander Wind bekommen und die Luft für Herman immer dünner wird, findet er eine Lösung für das Dilemma und fasst einen Entschluss…Weiterlesen »

Herta Müller | ATEMSCHAUKEL (Re-Read)

D 2009 | 300 Seiten
Carl Hanser Verlag
ISBN: 978-3-446-23391-1

Alles, was ich habe, trage ich bei mir.
Oder: Alles Meinige trage ich mit mir.
Getragen habe ich alles, was ich hatte. Das Meinige war es nicht. (Seite 7)

INHALT: Der 17-Jährige Leopold wird kurz nach dem Zweiten Weltkrieg aus seinem Heimatdorf im rumänischen Banat nach Russland deportiert, um dort in einem Arbeitslager für den Wiederaufbau Zwangsarbeit zu verrichten. Fünf lange Jahre muss er bleiben, bis seine „Kriegsschuld“ abgetragen ist. Die Lagerzeit bringt ihn an seine körperlichen und seelischen Grenzen und droht ihn völlig zu zerstören. Aber er hat Freunde: Männer und Frauen allen Alters, die sein Schicksal teilen, Deportierte aus allen sozialen Schichten. Jeder versucht auf seine Weise, gegen die Jahre anzukämpfen, die harte Arbeit, die Eintönigkeit, den Hunger durchzustehen. Viele zermürbt es, viele schaffen es nicht, aber es gibt auch Hoffnung.Weiterlesen »

William Faulkner | ALS ICH IM STERBEN LAG

USA 1930 | 248 Seiten
OT: »As I Lay Dying«
Rowohlt Verlag
ISBN: 978-3-498-02133-7

INHALT: Addie Bundren ist tot. Die ärmliche Farmersfrau hinterlässt fünf schwierige Kinder und einen tumben Ehemann, dessen Leben auch so schon kein Zuckerschlecken ist. Die Hinterbliebenen betten den Leichnam in einem Sarg auf ein Maultiergespann und brechen auf ins vierzig Meilen entfernte Jefferson, wo Addie begraben werden soll, bei ihrer Familie, so ihr Wunsch. Während die Leiche auf dem Wagen langsam verwest und allmählich zu stinken beginnt, steht der Trauerzug vor immer neuen Problemen, die zu bewältigen sind – eine Tour de Force, auf der jeder der Beteiligten an seine Grenzen stößt, sei es physisch oder psychisch.Weiterlesen »