Georges Simenon | DAS BLAUE ZIMMER

F 1964 | 175 Seiten

Simenon erzählt die Geschichte einer Affäre, die in einer Tragödie gipfelt, gewohnt meisterhaft, mit vielen Vor- und Rückblenden. Die Charaktere sind sind exakt beschrieben, ihre Taten und Gedanken nachvollziehbar. Das einzige, was mich gestört hat, waren die klischeehaften Rollenbilder: Der Mann bringt das Geld nach Hause und darf regelmäßig mit seinen Trieben Gassi gehen; die Frau hält Haus und Hof sauber und kümmert sich ums Essen. Wobei man hier natürlich berücksichtigen muss, dass der Roman schon fünfzig Jahre auf dem Buckel hat; da war das ländliche Nordfrankreich wohl noch nicht so weit. Ansonsten klare Leseempfehlung – vier Sterne.

Georges Simenon | DIE MARIE VOM HAFEN

F 1938 | 175 Seiten

INHALT: DIE MARIE VOM HAFEN ist eine Romanze, angesiedelt in der dörflichen Normandie der 1930er Jahre. Besagte Marie wird von allen Fischern angehimmelt, sie wartet aber auf den einen, den Richtigen. Dann kommt Chatelard daher, ein erfolgsverwöhnter, arroganter Städter, der Marie so nebenbei erobern will. Doch sie lässt ihn zappeln. Sie will keine Affäre sondern einen Mann fürs Leben.Weiterlesen »

Georges Simenon | SCHLUSSLICHTER

F 1953 | 205 Seiten

INAHLT: Es geht um Steve und Nancy (verheiratet, Anfang dreißig), die sich im Auto von New York aus aufmachen, um ihre Kinder aus einem Feriencamp in Maine abzuholen. Bei den beiden hat sich der triste Alltag schon dermaßen negativ ins Gefühlsleben eingefressen, dass sich Steve nur noch mit jeder Menge Alkohol über Wasser zu halten weiß. Auf halber Strecke kommt es wegen Kleinigkeiten zum handfesten Streit zwischen den beiden. Nancy verlässt Steve und fährt mit dem Bus weiter; Steve gibt sich in einer Highway-Bar ordentlich die Kante. Die Ereignisse spitzen sich zu, als ein entflohener Häftling Steves Zustand zur weiteren Flucht ausnutzt. Aber auch Nancy kommt nicht beim Feriencamp an. Alles steuert auf eine große Tragödie zu … Aber ich will nicht zu viel verraten.Weiterlesen »

Georges Simenon | DIE KATZE

F 1967 | 200 Seiten

Ja! Besser, viel besser! Zwischen DIE VERLOBUNG DES MONSIEUR HIRE und DIE KATZE liegen über dreißig Jahre unermüdliche Schreibarbeit (Simenon hat in seiner aktiven Zeit rund 200 Romane geschrieben). Dieses kleine Kunstwerk hier ist der beste Beweis für sein Können.

INHALT: Émile und Marguerite Bouin, beide über siebzig, haben sich erst vor ein paar Jahren kennen gelernt und aus einer Laune heraus geheiratet. Sie hätten es besser lassen sollen, denn schnell erkennen sie, dass sie nicht zueinander passen. Aus anfänglich leichten Streitigkeiten werden schnell zynische Beleidigungen und bösartige Übergriffe. Als Émiles Katze vergiftet wird, verdächtigt er Marguerite und vergreift sich an ihrem Papagei, der daraufhin stirbt. Ab da an ist die Ehe der Bouins ein waschechter Stellungskrieg im eigenen Haus. Im Klappentext heißt es sehr passend: »Eine solche Beziehung ist keine Hassliebe mehr – das ist Hass.« Die Fronten verhärten sich und die beiden bleiben erbitterte Feinde, bis der Tod an die Tür klopft.Weiterlesen »

Georges Simenon | DIE VERLOBUNG DES MONSIEUR HIRE

F 1933 | 175 Seiten

FAZIT: Hm … tja … hm … weiß nicht so recht, was ich dazu sagen soll. Die Geschichte um den fetten Monsieur Hire, der in trostloser Einsamkeit in einem Pariser Vorort haust und wegen seiner Absonderlichkeit nach einem Mord sofort als Hauptverdächtiger von der Polizei verfolgt wird (unschuldig natürlich), ist schon recht gut. Aber der Schreibstil ist doch wirklich erschreckend schlecht. Das soll eines der besten Werke des großen Simenon sein? So ein Groschenroman? Kann ich kaum glauben. Vielleicht liegt’s an der Unerfahrenheit des Autors? Als der Roman erschien, war Simenon gerade mal 30 Jahre alt. Als nächstes habe ich DIE KATZE von 1967 auf dem Zettel, vielleicht bringt das Spätwerk mehr als … sagen wir mal … drei gut gemeinte Sterne.