Colson Whitehead | UNDERGROUND RAILROAD

USA 2016 | 352 Seiten
OT: »The Underground Railroad«
Aus dem Englischen von Nikolaus Stingl
Carl Hanser Verlag
ISBN: 978-3-446-25655-2

Als Ceasar das erste Mal von einer Flucht in den Norden redete, sagte Cora nein. (Seite 9)

Die junge Cora ist Sklavin auf einer Baumwollplantage in Georgia, wie auch schon ihre Mutter und deren Mutter davor. Ihr Leben besteht aus Arbeit, Gehorsam und drakonischen Strafen des sadistischen Farmbesitzer. Von ihrem Freund Ceasar hört sie eines Tages von der Underground Railroad, einem geheimen unterirdischen Eisenbahnnetz, auf dem entlaufene Sklaven unentdeckt gen Norden in die Freiheit fahren können. Cora und Ceasar gelingt die Flucht und ihre Reise führt sie Staat für Staat immer weiter in den Norden, doch der Besitzer setzt mit Ridgeway einen erfahrenen Jäger auf sie an, einen kompromisslosen Bluthund, der ihnen immer dicht auf den Versen ist.Weiterlesen »

John Cheever | DIE GESCHICHTE DER WAPSHOTS

USA 1957 | 384 Seiten
OT: »The Wapshot Chronicle«
DuMont Verlag
ISBN: 987-3-8321-8007-2

St. Botolphs war schon alt, ein altes Städtchen am Fluss. Zur Blütezeit der Segelschifffahrt von Massachusetts war es einmal ein wichtiger Binnenhafen gewesen, doch jetzt waren nur noch eine Tafelsilberfabrik und ein paar andere kleine Betriebe übrig geblieben. (Seite 7)

INHALT: Erzählt wird die Geschichte der Familie Wapshot im Neuengland der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Vater Leander und Mutter Sarah können auf einen weit verzweigten Stammbaum zurückblicken und führen diesen mit ihren Söhnen Moses und Coverly fort. Als Moses unehrenhaft ihrem verschlafenen Nest St. Botolphs verwiesen wird (er soll sich die Hörner abstoßen und zum Manne reifen), begleitet ihn Coverly und die beiden versuchen ihr Glück in Großstädten wie Washington und New York City. Aber so richtig will das mit dem Glück nicht klappen und auch Leander und Sarah wissen nicht so recht, wohin mit sich. Der Zerfall der Familie nimmt seinen Lauf.Weiterlesen »

Colum McCann | DIE GROSSE WELT

USA 2009 | 540 Seiten

INHALT: Jetzt weiß ich Bescheid: Die Welt ist groß, der Mensch ist klein, die Bronx ist dreckig und das Leben ist ungerecht. DIE GROSSE WELT ist ein Episodenroman, der die Geschichten von einem Dutzend Menschen erzählt, deren Wege sich im August 1974 schneiden. (Fast) alle Figuren bekommen ihr eigenes Kapitel, in dem sie in der Ich-Form schreiben, wie sie diese Tage erlebt haben. Und zwar auf ganz unterschiedlichem Niveau: Eine Nutte aus der Bronx schreibt anders als eine wohlhabende Frau aus der Upper East Side, und diese wiederum anders als eine Einwanderin aus Guatemala. Das Ereignis, das alle Charaktere miteinander verbindet, ist der Seiltanz Phillipe Petits von einem Dach des gerade erst fertiggestellten World Trade Centers zum anderen.

Die Hauptfigur (wenn es denn eine solche gibt) ist John Corrigan, ein irischer Einwanderer, der sich der Nächstenliebe verschrieben hat. Er zieht in jungen Jahren in die dunkelste Ecke von New York City und lebt als Samariter zwischen Huren und Fixern, Kranken und Siechen. Der Leser lernt seine Familie, seine Freunde, seine Feinde kennen, wobei die direkten Verbindungen zu ihm immer dünner werden. Das letzte Kapitel spielt gut dreißig Jahre später, und erst aus dieser zeitlichen Entfernung werden manche Knoten erkennbar.Weiterlesen »