Thomas Lehr | SEPTEMBER. FATA MORGANA

D 2010 | 478 Seiten
Carl Hanser Verlag
ISBN: 978-3-446-23557-1

Unsere Geschichte
hängt in der Luft in der Nacht
Schwester denn du beendest sie nicht ihr seidener Faden hält unser Leben unsichtbar im Dunkel wer ihn zerschneidet
braucht es nicht gewusst zu haben (Seite 11)

INHALT: Erzählt wird die Geschichte zweier Väter und ihrer Töchter in der Zeitspanne zwischen den Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center im September 2001 und den Höhepunkten der Unruhen während der Besetzung des Iraks durch die amerikanischen Streitkräfte im Sommer 2004.

Martin, ein aus Deutschland stammender Professor, der an der University of Massachusetts Germanistik unterrichtet, lebt mit seiner Tochter Sabrina in New York City. Er arbeitet seit Jahren an einer Abhandlung über Goethes Frauen, und Politik ist für ihn nur ein interessantes Nebenhobby. Als sich Sabrina vor einer anstehenden Reise von ihrer Mutter (Martins Ex-Frau) verabschieden will, die im World Trade Center arbeitet, wird sie eines der fast 3000 Opfer des 11. September.

Tarik lebt mit seiner Tochter Muna in Bagdad. Er hat vor langer Zeit in Paris studiert und ist praktizierender Arzt. Die liberale Weltanschauung, mit der er sein Leben führt und auch seine Kinder erzieht, passt so gar nicht zum Vaterland Irak, das in einer religiösen Starre feststeckt und an der Engstirnigkeit seines Präsidenten krankt. Als die USA zum zermürbenden Vergeltungsschlag für 9/11 ausholt, versinkt der Irak in bürgerkriegsähnliche Zustände und Bombenattentate gegen die Besatzer stehen auf der Tagesordnung. Eines Tages erwischt es auch die schöngeistige Muna und sie kommt bei einer Explosion ums Leben.Weiterlesen »

Thomas Lehr | 42

D 2005 | 370 Seiten

INHALT: Am 14. August 2000 um 12:47:42 Uhr bleibt die Zeit stehen. Alles erstarrt: die Menschen, das Wasser, selbst Flugzeuge und Vögel kleben unbewegt in der Luft. Eine Gruppe von 70 Besuchern der Forschungseinrichtung CERN bei Genf sind die einzigen Menschen, die von dem Zeitstopp nicht betroffen sind. Seither hängen sie zwischen den Augenblicken fest und irren durch eine Welt im Dornröschenschlaf. Während die CERN-Forscher in Genf bleiben, um an der Lösung des »Problems« zu arbeiten, trennen sich die Übrigen in kleine Gruppen, um ihr Glück zu finden. Alle sollen die vergehenden Tage zählen und in genau einem Jahr wieder am CERN erscheinen, um über die Fortschritte der Wissenschaftler informiert zu werden. Doch bei einem Treffen bleibt es nicht. Die Jahre vergehen als ein ewiger Tag, ohne dass ein Ausweg gefunden wird. Inzwischen macht jeder seine eigenen Erfahrungen in der »Unzeit«, und nicht wenige verlieren in ihr den Verstand. Dann, nach fast fünf Jahren, tickt die Zeit für kostbare drei Sekunden weiter! Das bleibt natürlich nicht unbemerkt und alle (verbliebenen) »Chronifizierten« kehren nach Genf zurück, um an einem finalen Experiment teilzunehmen.Weiterlesen »