Heike-Melba Fendel | ZEHN TAGE IM FEBRUAR

D 2017 | 205 Seiten
Blumenbar
ISBN: 978-3-351-05037-5

Als ich ein paar Stunden vor der feierlichen Eröffnung der Filmfestspiele nach Hause komme, ist der Mann nicht da. Die sorgsam formatierte Nachricht hat er mit Bleistift auf den Notizblock geschrieben, von dem wir samstags die Einkaufsliste für den Biosupermarkt abreißen: »Ziehe für zehn Tage zu Sepp, das ist besser für uns beide.« (Seite 11)

INHALT: Mit den titelgebenden zehn Tagen im Februar ist der Zeitraum der Berlinale gemeint, in dem sich die Ich-Erzählerin, deren Name unerwähnt bleibt, berufsbedingt immer im Ausnahmezustand befindet. Sie ist Journalistin und Filmkritikerin und das Kino bedeutet ihr alles, auch mehr als ihr Mann, der den ganzen Roman über nur der Mann genannt wird, was tief blicken lässt. Der Mann ist das genaue Gegenteil: Bodenständig, nüchtern, nett – ein Mann, an dem nichts auszusetzen ist. Den Zettel, mit dem er die zehntägige Auszeit einleitet, schmeißt sie ungerührt in den Müll, zieht sich schick an und fährt zur Berlinale.Weiterlesen »